Gesamtreaktion
C₆H₅NH₂ → (NaNO₂, HCl, 0–5 °C) C₆H₅N₂⁺Cl⁻ → (CuCl/HCl) C₆H₅Cl + N₂
Kupfer(I) ersetzt N₂⁺ über ein Arylradikal durch Cl, Br oder CN.
Bei der Sandmeyer-Reaktion wird die Diazoniumgruppe eines Arendiazoniumsalzes mithilfe des Kupfer(I)-Salzes durch Cl, Br oder CN ersetzt. Kupfer(I) gibt ein Elektron an das Diazoniumion ab, Stickstoff entweicht und hinterlässt ein Arylradikal, und das Radikal holt sich das Halogen vom Kupfer(II), wobei Kupfer(I) zurückgebildet wird. Das Diazoniumsalz wird zuvor aus Anilin, NaNO₂ und HCl bei 0–5 °C hergestellt.
C₆H₅NH₂ → (NaNO₂, HCl, 0–5 °C) C₆H₅N₂⁺Cl⁻ → (CuCl/HCl) C₆H₅Cl + N₂
Kupfer(I) ersetzt N₂⁺ über ein Arylradikal durch Cl, Br oder CN.
Jeder Schritt ist Elektron für Elektron geprüft: Die Elektronenpfeile ergeben genau die gezeichneten Strukturen.
Kupfer(I) überträgt ein Elektron auf das Diazoniumion; nach Austritt von N₂ holt sich das Arylradikal Cl, Br oder CN vom Kupfer(II), sodass Kupfer(I) zurückgebildet wird (im Prinzip katalytisch).
Beide wandeln Diazoniumsalze in Arylhalogenide um. Sandmeyer verwendet CuCl/CuBr, Gattermann Kupferpulver und die Halogenwasserstoffsäure, meist mit geringerer Ausbeute.
Arendiazoniumsalze zersetzen sich beim Erwärmen, spalten N₂ ab und reagieren mit Wasser zu Phenolen.
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