MolDraw › Chemie-Tools › Kristallfeldaufspaltungs-Diagramm

Kristallfeldaufspaltungs-Diagramm (CFSE und Spinzustand)

Kurz gesagt: Tool für Kristallfeldaufspaltungs-Diagramme oktaedrischer, tetraedrischer, quadratisch-planarer, trigonal-bipyramidaler und quadratisch-pyramidaler Komplexe. Es bestimmt die Zahl der d-Elektronen, besetzt t2g und eg (bzw. e und t2) für High- oder Low-Spin und liefert die CFSE mit Spinpaarungsenergie, ungepaarte Elektronen, das spin-only magnetische Moment, einen Jahn-Teller-Hinweis und eine Farbangabe. Das Tool ist kostenlos, läuft im Webbrowser und braucht keinen Download.

Wähle Metallion, Geometrie und Liganden. Das Diagramm zeigt das d-Niveau des freien Ions, die aufgespaltenen d-Orbitale mit ihren Bezeichnungen und die Elektronen als Pfeile. Das Ergebnis erklärt den Spinzustand mit der Regel Δ gegen Spinpaarungsenergie.

Kurzantwort: [Fe(CN)₆]⁴⁻: Fe²⁺ ist d⁶ und CN⁻ ein Starkfeldligand, daher low-spin t2g⁶ eg⁰. CFSE = 6 × (−0,4Δo) + 2P = −2,4Δo + 2P, mit 0 ungepaarten Elektronen (diamagnetisch). [CoF₆]³⁻ ist high-spin mit 4 ungepaarten Elektronen und μ = √24 = 4,90 BM.

Beispiele

Tiefere Niveaus sind petrolfarben, höhere rot. Die Energien sind grob maßstäblich um das Baryzentrum (die mittlere Energie der fünf d-Orbitale) gezeichnet; sehr nahe Niveaus werden auseinandergezogen, damit sie lesbar bleiben. Δ-Werte sind Messwerte, soweit bekannt, sonst grobe Schätzungen.

So verwendest du das Kristallfeld-Diagramm

  1. Wähle das Metall und seine Oxidationsstufe. Das Tool bestimmt die Zahl der d-Elektronen: dⁿ = Gruppennummer − Oxidationsstufe (Fe²⁺: 8 − 2 = d⁶).
  2. Wähle die Geometrie und den Ligand. Für gemischte Komplexe wie [Co(NH₃)₅Cl]²⁺ wähle unter Zweiter Ligand einen weiteren Liganden und setze Anzahl davon.
  3. Lass den Spinzustand auf Automatisch, um die Regel Δ gegen Spinpaarungsenergie anzuwenden, oder lege High- oder Low-Spin selbst fest.
  4. Lies Konfiguration, CFSE, ungepaarte Elektronen, magnetisches Moment, Jahn-Teller-Hinweis und Farbangabe ab. Speichere das Diagramm mit SVG herunterladen oder PNG herunterladen.

Kristallfeldtheorie in Kürze

In einem freien Metallion haben die fünf d-Orbitale dieselbe Energie. Liganden, die sich dem Metall nähern, stoßen die d-Elektronen ab. Orbitale, die auf die Liganden zeigen, steigen energetisch an, die anderen sinken ab, während die mittlere Energie (das Baryzentrum) gleich bleibt. Die Energielücke ist die Kristallfeldaufspaltung Δ.

Aufspaltungsmuster

GeometrieUnterer SatzOberer SatzEnergien
Oktaedrischt2g (dxy, dxz, dyz)eg (dz², dx²−y²)t2g −0,4Δo, eg +0,6Δo (Δo = 10 Dq)
Tetraedrische (dz², dx²−y²)t2 (dxy, dxz, dyz)e −0,6Δt, t2 +0,4Δt, Δt ≈ 4/9 Δo
Quadratisch-planardxz, dyz < dz² < dxydx²−y² (am höchsten)−5,14, −4,28, +2,28, +12,28 Dq
Trigonal-bipyramidale″ (dxz, dyz) < e′ (dxy, dx²−y²)a1′ (dz²)−2,72, −0,82, +7,07 Dq
Quadratisch-pyramidale (dxz, dyz) < b2 (dxy) < a1 (dz²)b1 (dx²−y²)−4,57, −0,86, +0,86, +9,14 Dq

Spektrochemische Reihe

I⁻ < Br⁻ < SCN⁻ < Cl⁻ < F⁻ < OH⁻ < C₂O₄²⁻ < H₂O < NCS⁻ < py < NH₃ < en < bipy < phen < NO₂⁻ < PPh₃ < CN⁻ < CO. Liganden links sind Schwachfeldliganden (kleines Δ), Liganden rechts Starkfeldliganden (großes Δ). Δ wächst außerdem mit der Ladung des Metalls (M³⁺ > M²⁺) und innerhalb einer Gruppe nach unten (5d > 4d > 3d).

High-Spin oder Low-Spin

Vergleiche bei oktaedrischem d⁴ bis d⁷ den Wert Δo mit der Spinpaarungsenergie P. Ist Δo < P, verteilen sich die Elektronen zuerst: High-Spin. Ist Δo > P, paaren sie sich in t2g: Low-Spin. Tetraedrische Komplexe sind immer high-spin, weil Δt klein ist. 4d- und 5d-Metalle sowie quadratisch-planare d⁸-Komplexe sind low-spin.

CFSE (oktaedrisch) = (−0,4 × n(t2g) + 0,6 × n(eg)) Δo + m P μ(spin-only) = √(n(n + 2)) BM

Dabei ist m die Zahl der Elektronenpaare, die zusätzlich zu denen im freien Ion gebildet werden, und n die Zahl der ungepaarten Elektronen. Für tetraedrische Komplexe gilt CFSE = (−0,6 × n(e) + 0,4 × n(t2)) Δt.

Oktaedrische CFSE für d¹ bis d¹⁰

dⁿHigh-SpinCFSE (High-Spin)Ungepaart (HS)Low-Spin und CFSEUngepaart (LS)
d¹t2g¹−0,4Δo1wie High-Spin1
d²t2g²−0,8Δo2wie High-Spin2
d³t2g³−1,2Δo3wie High-Spin3
d⁴t2g³ eg¹−0,6Δo4t2g⁴ eg⁰: −1,6Δo + P2
d⁵t2g³ eg²05t2g⁵ eg⁰: −2,0Δo + 2P1
d⁶t2g⁴ eg²−0,4Δo4t2g⁶ eg⁰: −2,4Δo + 2P0
d⁷t2g⁵ eg²−0,8Δo3t2g⁶ eg¹: −1,8Δo + P1
d⁸t2g⁶ eg²−1,2Δo2wie High-Spin2
d⁹t2g⁶ eg³−0,6Δo1wie High-Spin1
d¹⁰t2g⁶ eg⁴00wie High-Spin0

Jahn-Teller-Verzerrung

Ein nichtlinearer Komplex mit ungleichmäßig besetztem entartetem Satz verzerrt sich, um seine Energie zu senken. Der Effekt ist stark, wenn eg ungleichmäßig besetzt ist: d⁹ (Cu²⁺), high-spin d⁴ (Cr²⁺, Mn³⁺) und low-spin d⁷. Sechsfach koordinierte Cu²⁺-Komplexe sind meist entlang einer Achse gestreckt.

Rechenbeispiele

[Fe(H₂O)₆]²⁺

Fe²⁺ ist d⁶. Wasser ist ein Schwachfeldligand: Δo ≈ 10 400 cm⁻¹ < P ≈ 17 600 cm⁻¹, also high-spin t2g⁴ eg².

CFSE = 4(−0,4) + 2(0,6) = −0,4Δo.

4 ungepaart, μ = √24 = 4,90 BM

[Fe(CN)₆]⁴⁻

d⁶ mit dem Starkfeldliganden CN⁻: low-spin t2g⁶ eg⁰. Drei Paare statt einem im freien Ion, also 2 zusätzliche Paare.

CFSE = 6(−0,4)Δo + 2P.

−2,4Δo + 2P, 0 ungepaart, diamagnetisch

[CoF₆]³⁻ im Vergleich zu [Co(NH₃)₆]³⁺

Beide sind Co³⁺ d⁶. F⁻ ergibt Δo ≈ 13 000 cm⁻¹ (unter P): high-spin. NH₃ ergibt Δo ≈ 22 900 cm⁻¹: low-spin.

[CoF₆]³⁻: 4 ungepaart, 4,90 BM. [Co(NH₃)₆]³⁺: 0 ungepaart

[Ni(CN)₄]²⁻ im Vergleich zu [NiCl₄]²⁻

Beide sind Ni²⁺ d⁸. CN⁻ ergibt quadratisch-planar, dx²−y² leer. Cl⁻ ergibt tetraedrisch e⁴ t2⁴.

[Ni(CN)₄]²⁻ diamagnetisch; [NiCl₄]²⁻ 2 ungepaart, 2,83 BM, CFSE −0,8Δt

[Cu(H₂O)₆]²⁺

d⁹: t2g⁶ eg³. Der eg-Satz ist ungleichmäßig besetzt.

CFSE = 6(−0,4) + 3(0,6) = −0,6Δo.

1 ungepaart, 1,73 BM, starke Jahn-Teller-Streckung

Farbe von [Ti(H₂O)₆]³⁺

d¹ mit Δo = 20 300 cm⁻¹. λ = 10⁷ / 20 300 = 493 nm, es wird also grüngelbes Licht absorbiert.

CFSE = −0,4Δo = −0,4 × 243 kJ/mol = −97 kJ/mol.

Die Lösung erscheint violett

Häufige Fehler

Du zeichnest Koordinationsverbindungen? Zeichne Liganden, Metallkomplexe und Reaktionsschemata in MolDraw, einem kostenlosen Online-Editor für chemische Strukturen.

MolDraw-Editor öffnen

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist die CFSE von [Fe(CN)₆]⁴⁻?

Fe²⁺ ist d⁶ und CN⁻ ein Starkfeldligand, daher ist der Komplex low-spin t2g⁶ eg⁰. CFSE = 6 × (−0,4Δo) + 2P = −2,4Δo + 2P, mit 0 ungepaarten Elektronen.

Woran erkenne ich, ob ein Komplex high-spin oder low-spin ist?

Vergleiche Δo mit der Spinpaarungsenergie P. Schwachfeldliganden wie H₂O, F⁻ und Cl⁻ ergeben meist High-Spin; Starkfeldliganden wie CN⁻ und CO ergeben Low-Spin. Tetraedrische Komplexe sind immer high-spin, 4d- und 5d-Metalle low-spin.

Warum ist [CoF₆]³⁻ high-spin, [Co(NH₃)₆]³⁺ aber low-spin?

Beide enthalten Co³⁺ (d⁶). F⁻ ist ein Schwachfeldligand, daher liegt Δo (etwa 13 000 cm⁻¹) unter der Spinpaarungsenergie: 4 ungepaarte Elektronen und μ = 4,90 BM. NH₃ ergibt Δo von etwa 22 900 cm⁻¹, daher paaren sich alle sechs Elektronen in t2g.

Wie berechne ich das spin-only magnetische Moment?

Verwende μ = √(n(n + 2)) BM, wobei n die Anzahl ungepaarter Elektronen ist. n = 1 ergibt 1,73 BM, 2 ergibt 2,83, 3 ergibt 3,87, 4 ergibt 4,90 und 5 ergibt 5,92 BM.

Warum ist [Ni(CN)₄]²⁻ quadratisch-planar und diamagnetisch?

Ni²⁺ ist d⁸. Mit dem Starkfeldliganden CN⁻ bleibt in der quadratisch-planaren Anordnung das sehr hoch liegende dx²−y²-Orbital leer, daher paaren sich alle acht Elektronen in den vier unteren Orbitalen. [NiCl₄]²⁻ ist tetraedrisch mit 2 ungepaarten Elektronen.

Welche Komplexe zeigen eine Jahn-Teller-Verzerrung?

Eine starke Jahn-Teller-Verzerrung tritt auf, wenn der eg-Satz in einem oktaedrischen Komplex ungleichmäßig besetzt ist: d⁹ (Cu²⁺), high-spin d⁴ (Cr²⁺, Mn³⁺) und low-spin d⁷ (Co²⁺ mit starken Liganden).

Wie hängt die Farbe eines Komplexes mit Δo zusammen?

Der Komplex absorbiert Licht der Energie Δo, also λ (nm) ≈ 10⁷ / Δo (cm⁻¹). [Ti(H₂O)₆]³⁺ hat Δo = 20 300 cm⁻¹, absorbiert bei etwa 493 nm und erscheint violett, in der Komplementärfarbe.

Weitere Chemie-Tools

Zuletzt aktualisiert: